Der Schweizer Filmemacher Edgar Hagen wird seinen Dokumentarfilm ‚The Roots of Madness‘ am Sonntag, den 19. April, beim 57. Visions du Réel Festival in Nyon, Schweiz, vorstellen. Der Film untersucht die langfristigen Folgen westlicher Interventionen im Nahen Osten – eine Perspektive, die Hagen zufolge entscheidend ist, um die heutigen Flüchtlingsbewegungen und die zunehmende Fremdenfeindlichkeit zu verstehen. Hagen erklärte gegenüber The Hollywood Reporter, dass viele Menschen im Westen die Ursachen der Migration falsch interpretieren.
Edgar Hagen, ein Regisseur, der für Filme wie ‚Who Are We?‘ und ‚Journey to the Safest Place on Earth‘ bekannt ist, hat sich jahrelang mit der Komplexität globaler Migration auseinandergesetzt. Sein neuestes Werk, ‚The Roots of Madness‘, sei ein zutiefst persönliches Statement, teilte Hagen The Hollywood Reporter mit. Er argumentiert, dass das Verständnis der Ursprünge von Vertreibung unerlässlich ist, um die gesellschaftlichen Spaltungen anzugehen, die derzeit in westlichen Demokratien zu beobachten sind.
Der Filmemacher ist der Ansicht, dass populäre Narrative die Ursachen von Flüchtlingsströmen oft falsch zuschreiben. Hier ist eine wichtige Zahl: Im Jahr 2015 kamen Millionen von Flüchtlingen, überwiegend aus dem Nahen Osten, in Europa an. Dieser Zustrom befeuerte unbeabsichtigt den Aufstieg von fremdenfeindlichem Extremismus auf dem gesamten Kontinent, so eine Zusammenfassung auf der Website des Visions du Réel Festivals.
Hagens Film versucht, die Versprechen von „Befreiung“ und „Demokratie“ zu sezieren, die oft für westliche Interventionen in der Region angeführt werden. Er möchte aufzeigen, wie diese Handlungen zur aktuellen humanitären Lage beigetragen haben. Der Dokumentarfilm begleitet den erfahrenen deutschen Journalisten Ulrich Tilgner auf einer als Abschiedsreise beschriebenen Tour.
Tilgner, der jahrzehntelang für deutsche und Schweizer Sender aus Konfliktgebieten berichtet hat, besucht ehemalige Kontakte und Freunde in Afghanistan, Irak und Syrien. Seine Methode besteht darin, mit gewöhnlichen Bürgern ins Gespräch zu kommen, um die Atmosphäre und die Gefühle vor Ort zu verstehen, anstatt sich ausschließlich auf politische Persönlichkeiten zu konzentrieren. Dieser Ansatz, so Hagen, habe ein klareres Bild des Leidens vermittelt, das Menschen im Zusammenhang mit diesen Kriegen ertragen mussten.
Es zeigt, warum Menschen zu Flüchtlingen werden. Hagen erklärte The Hollywood Reporter seine anfängliche Motivation und gab zu, dass er sich verloren fühlte, die Situation zu verstehen, als westliche Gesellschaften begannen, Grenzen zu schließen und Barrieren zu errichten. „Was zum Teufel ist hier los?!“, erinnerte er sich an seine Gedanken. Diese persönliche Verwirrung trieb ihn dazu, die Ursachen zu erforschen, was ihn zu der Überzeugung führte, dass man an die Orte gehen muss, von denen die Menschen fliehen.
Dieser Impuls war die Entstehung des Films. Er betrachtet das Projekt als Versuch, das größere Bild jenseits der unmittelbaren Schlagzeilen zu finden. Tilgners umfassende Erfahrung in der Region machte ihn zu einem idealen Kollaborateur.
Sein Fokus auf menschliche Geschichten, anstatt nur auf offizielle Erklärungen, stimmte mit Hagens Vision überein. Der Journalist verstand das Leid, das Menschen dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen. Diese gemeinsame Perspektive half Hagen, den Filmtitel ‚The Roots of Madness‘ zu konzipieren. Er spricht die Idee an, die Kernursachen hinter Massenvertreibung aufzudecken.
Menschen wollen nicht gehen; sie sind gezwungen zu gehen. Dies ist ein entscheidender Unterschied, den Hagen dem westlichen Publikum vermitteln möchte. Der Film erweitert seinen Geltungsbereich über den Nahen Osten hinaus und führt das Publikum nach Niger, Griechenland und Serbien.
Diese Orte beleuchten verschiedene Facetten der Migrationsreise, von den Ursprungspunkten in Afrika über Transitländer bis hin zu den Eintrittspunkten nach Europa. Der Dokumentarfilm stellt authentische Stimmen und Bilder aus Konfliktgebieten westlichen Werten und politischen Entscheidungen gegenüber, wie auf der Website von Visions du Réel beschrieben. Er schafft eine schonungslose und doch sensible Anklage, die einen Raum zwischen Empörung und Melancholie einnimmt.
Hagen erklärte ausdrücklich seine Absicht, die Rolle des Westens beim Aufstieg von Gruppen wie den Taliban zu beleuchten. Er möchte aufzeigen, „wie wir dazu beitragen, diesen Radikalismus zu produzieren“, anstatt die Gruppen selbst nur zu verurteilen. Diese Perspektive stellt ein gängiges Narrativ in Frage, das das Problem oft externalisiert.
Es zwingt die Zuschauer, das komplexe Zusammenspiel von internationalen Beziehungen und lokalen Konsequenzen zu berücksichtigen. Wenn man den Lärm weglässt, ist die Geschichte einfacher, als sie aussieht: Westliche politische Entscheidungen haben greifbare, oft unbeabsichtigte Folgen weit entfernt von den Hauptstädten, in denen sie getroffen werden. Hagen zog eine Unterscheidung zwischen früheren Rechtfertigungen für Interventionen und neueren Ansätzen.
Er erinnerte daran, dass während des Irakkriegs Persönlichkeiten wie George W. Bush Interventionen als Bemühungen um Frieden und Demokratie darstellten. Hagen argumentiert jedoch, dass unter dem ehemaligen US.
Präsidenten Donald Trump die Bemühungen, solche Rechtfertigungen zu liefern, weitgehend verschwanden. Trump, so Hagen, habe nicht denselben Aufwand betrieben, westliche Werte in seinem Ansatz zu internationalen Konflikten zu verteidigen. Dieser Wandel, so Hagen, lasse die Menschen die zugrunde liegenden Motive hinterfragen und verstehen, „was wir verlieren“.
Die Wahrnehmung von Konflikten hat sich verändert. Hagen verwies auf den kürzlich begonnenen Krieg im Iran als Beispiel, wo Rechtfertigungen weniger artikuliert werden. Er fragte, wie Führer andere Länder angreifen können, ohne eine robuste Verteidigung von Werten, und warum die Öffentlichkeit dem zustimmen oder es zulassen könnte.
Dieser Mangel an klarer Begründung, so Hagen, verschleiert die Mechanismen, die Konflikte und folglich Migration antreiben, zusätzlich. Er erschwert die Fähigkeit der Öffentlichkeit, das Gesamtbild zu verstehen. Der Film, produziert von Hagen und Mathias Hefel über die Vollbild Film GmbH, zielt darauf ab, den Dialog anzustoßen.
Börres Weiffenbach war als Kameramann tätig, der Schnitt erfolgte durch Christian Büttiker und Audrey Maurion. Hagen hofft, dass der Dokumentarfilm nicht nur die Ursprünge und Gründe für Migration klärt, sondern das Publikum auch dazu anregt, über zukünftige Richtungen für westliche Werte nachzudenken. „Warum es so läuft, ist die große Frage des Films“, sagte er The Hollywood Reporter. Er möchte auch, dass die Menschen darüber nachdenken, wohin die Gesellschaft in Bezug auf ihre Kernprinzipien steuern möchte.
Dieser Dialog, so Hagen, könnte zu unterschiedlichen Ansätzen im Umgang mit gegnerischen Akteuren führen. Er schlug vor, Einzelpersonen vor Gericht zu stellen, anstatt auf Gewalt zurückzugreifen, was eine effektivere Strategie sein könnte. Sie zu töten, so argumentierte er, erzeuge nur mehr Radikalismus und perpetuiere einen endlosen Kreislauf der Gewalt.
Er sieht dies im eigenen Interesse des Westens. Der Filmemacher strebt eine gesündere Debatte über diese Themen an. – Der Dokumentarfilm ‚The Roots of Madness‘ verknüpft westliche Interventionen mit globalen Flüchtlingskrisen. – Filmemacher Edgar Hagen und Journalist Ulrich Tilgner erkunden Konfliktgebiete wie Afghanistan, Irak und Syrien. – Hagen argumentiert, dass das Verständnis der Ursprünge von Vertreibung entscheidend ist, um Fremdenfeindlichkeit im Westen zu bekämpfen. – Der Film feiert am 19. April beim Visions du Réel Festival in Nyon, Schweiz, Premiere. Das Publikum des Visions du Réel Festivals wird die erste Gelegenheit haben, sich mit Hagens herausfordernder Perspektive auseinanderzusetzen.
Das Debüt des Films könnte erneute Diskussionen unter Politikern und der Öffentlichkeit über die historischen Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit aktuellen Migrationsmustern auslösen. Beobachter werden verfolgen, ob Hagens Aufruf zum Dialog über den Festivalbetrieb hinaus Anklang findet und möglicherweise beeinflusst, wie europäische Nationen ihre Außenpolitik und Einwanderungsstrategien in den kommenden Monaten gestalten.
Wichtige Erkenntnisse
— - Der Dokumentarfilm ‚The Roots of Madness‘ verknüpft westliche Interventionen mit globalen Flüchtlingskrisen.
— - Filmemacher Edgar Hagen und Journalist Ulrich Tilgner erkunden Konfliktgebiete wie Afghanistan, Irak und Syrien.
— - Hagen argumentiert, dass das Verständnis der Ursprünge von Vertreibung entscheidend ist, um Fremdenfeindlichkeit im Westen zu bekämpfen.
— - Der Film feiert am 19. April beim Visions du Réel Festival in Nyon, Schweiz, Premiere.
Quelle: The Hollywood Reporter
